Forschung

Pamela Goroncy beschäftigt sich mit dem Begriff der ästhetischen Erfahrung und seiner Manifestation als Moment der Diskontinuität und Irritation. Sie untersucht zeitgenössische künstlerische Präsentationen (Ausstellung, Installation, Performances) und analysiert diese u.a. mittels ethnografischer Methoden sowohl aus der Perspektive der Rezeption als auch der Produktion. Die Forschung ist interdisziplinär zwischen Ästhetischer Forschung, Körpersoziologie und Cultural Studies positioniert.

Der Ansatz baut auf ihrer Abschlussarbeit auf, in der PG ästhetische Erfahrung als diskontinuierliches Ereignis fasst und in Zusammenhang zur menschlichen Bewegung und Körperlichkeit stellt. Die Definition eines diskontinuierlichen Ereignisses geschieht in Anlehnung an WALDENFELS (2002, 174) als ‚Bruchlinie der Erfahrung‘, als raum-zeitliche Diastase innerhalb eines dialogischen Systems. Innerhalb eines bruchartigen Differenzierungsprozess wird das erfahren/erkannt, was durch den Bruch selbst überhaupt erst entsteht. Die Erfahrung liegt damit in der Diskontinuität selbst und ist explizit an  Körperpraktiken und Wahrnehmungsvorgänge gekoppelt. In dieser Hinsicht betrachtet PG, inwiefern jenes Paradox der Diskonituität einer ästhetischen Erfahrung Möglichkeits-, Wissens- und Kreativitätsräume eröffnen und zugleich zu Irritationen sowie der Möglichkeit der Destabilisierung führen kann.

Diskontinuierliche Ereignisse im SichBewegen als Ästhetische Erfahrung.final


Performativer Workshop
‚Getanzte Freiheit im Museum‘,
GTF Symposium, Oktober 2014

Zuletzt arbeitete PG in enger Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin und -vermittlerin Jessica Petraccaro-Goertsches an einer performativen Kunstvermittlungspraxis, in der sich implizite mit explizeter Wissensvermittlung verzahnt. Diese baut auf der theoretischen Annahme des Diskontinuierlichen Ereignisses als Ästhetische Erfahrung auf und nimmt eine Fokussierung auf museale Räume sowie performativ-tänzerische Strategien im Umgang mit Kunst vor.

Im Rahmen des Symposiums der GTF unter dem Motto ‚Tanz, Raum, Urbanität‘ vom 3. – 5. Oktober 2014 in Berlin nahmen Goroncy/Petraccaro-Goertsches mit dem performativen Workshop ‚Getanzte Freiheit im Museum‘ teil. Dieser knüpft an eine Reihe von Beiträgen an, welche durch die kollaborative Arbeit der beiden Forscherinnen in den letzten zwei Jahr entstanden sind (siehe unten).

Programm des Symposiums

Abstract


Performativer Workshop/Artikel
‚Wie tanzen Kunst und Wissenschaft?‘,
LMU München, Dezember 2013

laborartorium_quadrat

Mit einem Workshop nahmen Pamela Goroncy und Jessica Petraccaro-Goertsches im Dezember 2013 am Interdisziplinären Symposium LaborARTorium des Departments Kunstwissenschaften der LMU München teil.

Mit den Workshopteilnehmern gingen sie in einer Art Live-Research der Frage nach, wie Kunst und Wissenschaft miteinander ‚tanzen‘? Über Wahrnehmungs- und Bewegungsacts kamen diese in einen ungewohnt ästhetisch-partizipativen Dialog mit Werken der Bildenden Kunst und schließlich zu einer kollektiv-spontanen Performance.

In der Veröffentlichung LaborARTorium – Forschung im Denkraum zwischen Wissenschaft und Kunst. Eine Methodenreflexion des gleichnamigen Symposiums erscheint im Juli 2015 der Aufsatz ‚Performativ-reflexive Kunstvermittlung: „Wie tanzen Kunst und Wissenschaft?“ Dieser dokumentiert und reflektiert den durchgeführten Workshop aus tanztheoretischer und kunstvermittlender Sicht mit einem Fokus auf der Kontinuität von Wissen: Was ereignet sich, wenn implizites und explizites Wissen sich innerhalb einer kulturellen Praxis verbinden?


wolfenbüttel_quadrat

Lecture Performance
‚Die Leiden der jungen Vermittlungsanwärter‘,
Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, 2013

Mit einer Lecture Performance nahmen Pamela Goroncy und Jessica Petraccaro-Goertsches im September 2013 am KulturCamp der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel teil. Kulturschaffende, Künstler_innen und Kulturvermittler_innen widmeten sich in einem innovativen Tagungsformat dem Thema Qualität ist Bewegung.

Die beiden Forscherinnen inszenierten in ihrer Performance ‚Die Leiden der jungen Vermittlungsanwärter‘ eine polarisierte, stereotype Kunstvermittlungssituation und demonstrierten ihren synästhetisch-partizipativen Kunstvermittlungsansatz.

Bewegung ist Qualität – Qualität ist Bewegung – in 60 sek – Audiobeitrag 2013
Audiobeitrag_END


Diskussion
‚Schöner Schreck – Oder: ästhetische Erfahrung als diskontinuierliches Ereignis im Bewegen‘, GTF-Symposium, Köln 2011

Vom 14.-16. Oktober 2011 fand in Köln in Kooperation mit dem Deutschen Tanzarchiv Köln und dem Zentrum für Zeitgenössischen Tanz der Hochschule für Musik und Tanz Köln das Symposium ‚Tanzerfahrung und Welterkenntnis‘ der Gesellschaft für Tanzforschung (GTF) statt. Hierzu wurde PG mit dem Beitrag ‚Schöner Schreck – Oder: ästhetische Erfahrung als diskontinuierliches Ereignis im Bewegen‘ als Expertin einer Podiumsrunde gemeinsam mit Claudia Fleischle-Braun und Ronit Land eingeladen.

A_Goroncy, Pamela_final


Ältere Arbeiten:

  • Wiss. Projetleitung von Lebensqualitätsstudien im europäischen Netzwerk,
    Prof. Dr. M. Augustin, CVderm, Universität Hamburg, 2009-11
  • Typographische Gestaltung eines wissenschaftlichen Textes
    Jochen Roller: Das Power-Musical,
    In: Dr. F. Lampert: Choreographieren Reflektieren, LIT-Verlag, 2010
  • Produktionsassistentin
    Wissenschaftliche Tagung und Performance-Projekt ‚Choreographie-Akademie‘,
    Dr. F. Lampert / Kampnagel, 2008
  • Organisation, Kommunikation & Mediengestaltung
    Int. Konferenz: ‚Bewegung in Übertragung‘: Methoden der Tanzforschung,
    Prof. Dr. G. Klein / Prof. Dr. G. Brandstätter,
    Universität Hamburg / FU Berlin, 2006
  • Mitarbeit im DFG-Forschungsprojekt
    ‚Transnationale Identität und körperlich-sinnliche Erfahrung‘
    Prof. Dr. G. Klein, Universität Hamburg, 2004-06
  • Lektorat / Formatierung einer wissenschaftlichen Publikation:
    G. Klein/W. Sting (Hg.): Performance: Positionen zur zeitgenössischen szenischen Kunst, Transcript, 2005

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