STRANDRECHT / KERSTIN STEEB

»The Wreckers« (dt. „Strandrecht“) ist die bedeutendste Oper der bis heute verkannten Komponistin und Suffragette ETHEL SMYTH. Sie wurde 1906 in Leipzig uraufgeführt. Mit STRANDRECHT bringen wir eine Neufassung als feministische Oper auf die Bühne. Aus der Verbindung von Originalmomenten am Flügel, klassischem Gesang, elektronischen Sounds und neuen Textfragmenten entwickeln wir – zwischen opulentem Musiktheater und Performance – eine zeitlose Vision zivilen Ungehorsams. 

Smyth verarbeitet in der Oper den Mythos über ein Dorf an der englischen Küste, das von Zeit zu Zeit den Leuchtturm abschaltet, um sich am Ladegut der havarierten Schiffe zu bereichern. Eine Frau stellt sich gegen das Dorf und initiiert den Aufstand „der Ungehorsamen“, indem sie ein Feuer als Warnung für die Schiffe entzündet. Mit ihrer Zivilcourage verstößt sie gegen geltendes Recht und die Moralvorstellungen der vorherrschenden Gesellschaft – und bezahlt dies am Ende mit ihrem Leben. 
Schüler*innen gehen europaweit auf Fridays-for-Future-Demos statt zur Schule, Extinction Rebellion treten durch gewaltfreie zivile Widerstandsaktionen mehr und mehr in Erscheinung, zivile Seenotretter*innen überschreiten auf eigenes Risiko geltendes europäisches Recht. „Die Pflicht zum Ungehorsam“ (Thoreau) ist als kollektive Rebellion gegen herrschende Politik und Ungerechtigkeit mit der jungen Generation wieder zurückgekehrt. 

Was sind wir heute bereit zu riskieren, im Kampf um eine solidarische und gerechte Gesellschaft? Dringend gehört STRANDRECHT auf die Spielpläne der Bühnen.



Die Komponistin ETHEL SMYTH (1858-1944) zählt zu den interessantesten Persönlichkeiten ihrer Epoche. „Ethel, die einzige mit Grips“, findet schon Virgina Woolf. Ihre Musik, ihr politisches Engagement und ihre autobiografischen Texte dokumentieren eine erstaunliche Freiheit im Umgang mit Grenzen und Konventionen. In einer Zeit, in der die Geschlechterfrage zu den meistdiskutierten gesellschaftlichen Themen gehörte und Frauen künstlerische Kreativität grundsätzlich abgesprochen wurde, wie im Bauhaus, verstand sie sich als professionelle Komponistin. Sie trat mit großer Vehemenz insbesondere in Deutschland für ihre Werke ein. Zwei Jahre ihres Lebens widmete sie sich als Suffragette der englischen Frauenwahlrechtsbewegung, wofür sie einige Zeit inhaftiert wurde. Ihr Ouevre ist seit jeher unterrepräsentiert und nur unter Spezialist*innen geachtet und bekannt. Dabei lassen sich ihre gerade ihre sozial-politischen Themen auf heute übertragen.



KERSTIN STEEB & TEAM

Künstlerische Projektleitung und Regie Kerstin Steeb
Regieassistenz Sonja Geiger
Sänger*innen Ferdinand Keller, Isabel Reinhard, Lisa Florentine Schmalz, Mathias Tönges
Musikalische Leitung und Klavier Hanne Franzen
Musikalische Assistenz Eva Barta 
Elektronische Komposition: Dong Zhou
Ausstattung (Bühne und Kostüme) Martina Mahlknecht
Ausstattungsassistenz Linda Schirmel
Text Ivana Sokola
Licht und Technik Sönke C. Herm
Dramaturgische Beratung: Pamela Goroncy
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Jessica Buchholz
Künstlerische Produktionsleitung Stückliesel
Wissenschaftliche Begleitung Dr. Cornelia Bartsch und Prof. Kathrin Prick
Videodokumentation Martin Prinoth



TERMINE & SPECIAL EVENTS

FREITAG 06/12 [PREMIERE] 
7./12./13.12. – 20h15 h sowie 8./14.12. – 18 h

LICHTHOF THEATER HAMBURG
Mendelssohnstraße 15
Tickets (24€/12€/8€): www.lichthof-theater.de

TIPP*** Künstler*innengespräche mit musikwissenschaftlichen Impulsvorträgen:  
Am 6/12. & 14/12. mit Dr. Cornelia Bartsch (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)
Am 8.12. mit Prof. Kathrin Prick (i.R. HMDK Stuttgart)

#Aktuelles



STRANDRECHT ist eine Produktion von Kerstin Steeb in Kooperation mit Stückliesel und Lichthof Theater Hamburg. 

Gefördert durch: Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Fonds Darstellende Künste, Bezirksamt Altona, Mariann Steegmann Foundation. 

Mit freundlicher Unterstützung durch: Pianohaus Trübger, Musikschule Hausmusik, Huckepack Umzüge

Fotos (c) Fabian Sommer

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